Gemeindeleben - Lebendige Gemeinde

Díky! – Na shledanou? Rüstzeit in Maxov zum vorerst letzten Mal

Vom 11. bis 13. Oktober waren wir wieder zu Gast in Maxov im Lausitzer Bergland in der Nähe von Sloup / Novy Bor. Insgesamt waren wir nur 23 Gemeindeglieder, leider waren nicht alle Plätze besetzt, schade! Mit dabei war auch unsere neue Vikarin Frances Franz, die insbesondere das Programm mit den Kindern gestaltete.

Das diesjährige Thema beschäftigte sich mit der Frage des Glaubens als großes Vertrauen. Dazu setzten wir uns kritisch mit dem Bibeltext aus Mt 15, 21-28 über das kanaanäische Weib in verschiedenen Übersetzungen auseinander. Trotz einer zunächst ausgesprochenen Abweisung durch Jesus war ihr Glaube groß und letztendlich geschah das Wunder der Heilung ihrer Tochter.

Nicht zu kurz kam bei schönstem Herbstwetter das Kennenlernen oder Wiederentdecken der herrlichen Landschaft Nordböhmens. Die Wanderung am Sonnabendnachmittag führte uns durch die Felsenstadt um Sloup, die stark an die heimatliche Landschaft erinnert. Schon fast traditionell führte sie zum Schluss ins Eiscafé Miau in Sloup. Der Abend klang dann aus mit handgemachter Musik am Lagerfeuer und bei Vollmondschein (herzlichen Dank an Matti und Holger).

Der Gottesdienst am Sonntag wurde dann von allen gemeinsam vorbereitet und gefeiert. Er stand unter dem Thema “Unser Glaube: Bunt und stark? Grenzenlos?” und bezog sich direkt auf die am Vortag besprochenen Bibelstellen.

Nach dem Mittagessen gab es dann noch etwas ganz Besonderes: Wir bedankten uns alle mit dem tschechischen Dankelied „Díky“ bei unserer Gastgeberin Frau Šupinová, die nun in den wohlverdienten Ruhestand geht. Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die langjährige Aufnahme der Kirchgemeinde in diesem Haus und an Brigitte und Michael Schleinitz, die diese wunderbare „Altlast” aus Radebeul mitgebracht haben. Die Zukunft des Hauses ist leider noch völlig offen, wir geben aber die Hoffnung nicht auf... Vielleicht doch “na shledanou”?

Dr. Dieter Arndt


Abschied von Maxov


Wir haben es schon einige Zeit geahnt – jetzt ist es Gewissheit: Das Quartier in Maxov wird geschlossen. Deshalb war diese Rüstzeit – jedenfalls in der gewohnten, vielen liebgewordenen Weise – die letzte.

Gestatten sie mir, an dieser Stelle etwas sentimental noch ein paar Gedanken an diese Ära zu verschwenden – immerhin waren es für mich und meine Familie um die zwanzig Jahre, dass wir regelmäßig dort waren, und für einige Lohmener doch immerhin acht:

Nach der Fahrt auf verschlungenen Wegen durch wunderschöne Landschaften – manchmal durch Regen, manchmal durch Nebel, manchmal durch die Abendsonne – wurden wir von Suppenduft empfangen. Denn ohne eine zünftige Suppe, mit allerlei Kräutern und Gewürzen hausgemacht, der dann ein warmes Essen folgt, mittags und auch abends, geht in Maxov nichts. Schnell war die „Bauernstube“ umgeräumt, damit die stets mitgebrachten Instrumente Platz fanden und nach dem Essen auch alle Teilnehmer ringsum in enger gemütlicher Runde: Themeneinstieg, Lieder, Andacht und schließlich

gemütliche Grüppchen in verschiedenen Ecken, auch am Kamin.

Ringsumher lockt eine interessante Umgebung. Manche Täler, manche Höhlen haben wir erkundet, natürlich auch die romantische Felsenburg. Und wenn es aus den Tälern mal herausging, war da die herrliche Weite mit Blicken ins Isergebirge, zum Rollberg, ins Kummergebirge mit den Bösigbergen.

Solches Miteinander bringt näher und lässt Themen des Glaubens und des Lebens in besonderer Weise bedenken und ergründen. Und beim gemeinsam gestalteten Gottesdienst am Sonntagmorgen fließt das alles ein ins Feiern, Beten, Singen.

Was sich mit diesem Ort verbindet, gehört nun erst einmal der Geschichte an. Vielleicht tun wir einen andern Ort auf, vielleicht geht es nach einer grundlegenden Sanierung auch dort mal wieder weiter – es ist offen. Aber wir müssen auf diese Erfahrungen nicht verzichten. Denn die ganz ähnlich geartete Rüstzeit in Krummenhennersdorf findet wieder statt. (siehe Seite 9)

Michael Schleinitz